Historische Gebäude
Altwarp ist ein altes Dorf, erstmalig um 1252 erwähnt. In historischen Dokumenten ist sehr wenig über Altwarp zu erfahren. Das einzige Dokument, welches einige Auskünfte gibt, sind die Beiträge zur Geschichte des Dorfes Altwarp von Kurt Fraude von 1939. Es liegt in der Heimatstube aus. In ihnen sind die Aufzeichnungen aus Kirchenbüchern chronologisch zusammen getragen. Eine weitere Quelle ist das "Landbuch des Herzogthums Stettin von Kamin und Hinterpommern oder des Verwaltungs-Bezirks der königl. Regierung zu Stettin", bearbeitet von Dr. Heinrich Berghaus, erster Band von 1885.


Das Dorf ist geprägt durch lange Schifffahrts- und Fischereitraditionen. Die Zeit und die Geschichte der letzten hundert Jahre aber haben ihre Spuren in Altwarp hinterlassen. Manch Altes ist erhalten geblieben und wartet darauf, im alten Stil neu hergerichtet zu werden. Wer durch das Dorf spaziert bemerkt allerorts, wie mit Fleiß und Verstand Neues entsteht und Altes liebevoll restauriert wird. Die wenigsten Häuser sind Kapitänshäuser. Geschichtlich lässt sich Vieles auch nur vermuten. Wohl aber zeugen viele alte Häuser vom damaligen bescheidenen Wohlstand mancher Altwarper Schiffer oder den gerade in Mode gekommenen Baustilen. Im Rahmen der Agenda 21 wurden von der Gemeinde einige markante Gebäude vorgestellt sowie Schautafeln erarbeitet und aufgestellt.

Das Rundhaus ist nach 1937 ursprünglich als Pumpenhaus errichtet worden und war Teil der Entwässerungsanlage.
Am Ortseingang befand sich ein zweites Reetdachhaus. Dieses diente der Wasserversorgung.
Die Geschichte Altwarps ist mit der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts vielfältig verbunden. Aus der Zeit vor 1945 gibt es zahlreiche bauliche Zeugnisse im Dorf, wie die heutige Freiwillige Feuerwehr zwischen den beiden Ortsteile, das jetzt als Neuapostolische Kirche genutzte Gebäude an der Südstraße oder die Wohnhäuser „in den Eichen“ und weitere Bauten.
Villa Grothe
Diese durch ihren einzigartigen Standort hervorgehobene Villa gehört zu den repräsentativsten Bauten des Dorfes. Trotz Verlusten und Veränderungen in der Baugestaltung sind die Pracht und das Lebensgefühl noch deutlich nachvollziehbar, das zur Entstehungszeit mit dem Haus verbunden sein mochte. Stilistisch einzuordnen ist es einer neubarocken Linie der Gründerzeit um 1900.

Alte Holländer-Windmühle
Die ehemalige Mühle steht hoch oben auf einer Düne – mit einem ehemals fantastischen Blick auf das Stettiner Haff. Sie diente den Fischern als Orientierung. 1913 errichtet war sie bis in die 50-er Jahre in Betrieb, dann der Verfall. Nach privatem Erwerb begann 1988 der Umbau zu einem Café. Leider erfolgten dabei starke Änderungen am Äußeren, auch ging sämtliche Technik verloren. Nach der Wende wurden die Arbeiten eingestellt, dann verschwand auch noch die Kappe. Nach erneutem Verkauf wird die Mühle nun zu einem Wohnhaus umgebaut. Die Flügel sind abmontiert.
In der Nähe befindet sich das "Nachtigallwäldchen", ein kleiner Park aus Eichen, der unter Naturschutz steht.
Auch die als schlichter Backsteinbau errichtete Kirche mit Grüneberg-Orgel und einem schwebenden Engel muss man gesehen haben.

Alte Schule
Das Hauptgebäude der früheren Schule wird heute als "Multiples Haus" für verschiedenste Veranstaltungen und Zwecke genutzt. Hier befindet sich auch das Arbeitszimmer des Bürgermeisters und im Obergeschoss hat die Heimatstube ihr Domizil. Das Gebäude selbst ist als Backsteinbau ein typisches Schulhaus, wie es um 1900 in größeren pommerschen Gemeinden errichtet wurde und noch heute in vielen Orten erhalten ist.
Eine Baracke, die unweit gegenüber dem Küsterhaus steht, und den interessanten Namen »Scheibenhof« trägt gehörte ebenfalls zur Schule. Dort war die Schulküche untergebracht. Für ein kleines Entgelt wurde hier jedem Schüler ein Mittagessen bereitet. Ein weiterer Raum des Gebäudes fungierte als Werkraum für den polytechnischen Unterricht.
In der Zeit von 1938 bis 1945 diente die Baracke als Werkstatt zur Anfertigung von Luftsäcken für Schießübungen auf dem Altwarper Flak-Schießplatz. Heute gehört das Areal dem Altwarper Bikerclub "Riding Skulls MC Altwarp".


Pfarrhaus
Das Pfarrhaus und seine Nebengebäude wurden im Zuge des Kirchenbaus 1752 errichtet. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble wird durch die ehemalige Winterkirche, den Taubenschlag und das Waschhaus sowie die historische Einfriedung zur Kirchgasse vervollständigt.
Mit der umfassenden denkmalgerechten und energetischen Sanierung sind die Gebäude nun für die Zukunft gerüstet, ohne dass das historische Erscheinungsbild beeinträchtigt wird. So wurde die ursprüngliche Kubatur beibehalten und die Farbgestaltung erfolgte auf Grundlage des restauratorischen Befunds.


